Kompetenzzentrum Kunststoff Troisdorf
TROWISTA GmbH

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Deutschland

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„Sind die Tomaten reif? Fragen Sie lieber die Roboter von Igus!“

Montag, 14. September 2026

Das Kompetenzzentrum Kunststoff der TROWISTA freut sich über namhaften Zuwachs für die Kunststoffbranche im Stadtgebiet.

Alexander Mühlens erläutert im „Robotik-Ladenlokal“ die Eigenschaften einzelner Roboter-Systeme – „wir freuen uns vor Ort über jeden Besucher!“ (Foto: Rainer Hardtke)

Gärtnern oder einfach die Arbeit im Garten soll gut für die Seele und das allgemeine Wohlbefinden sein. Außerdem ist man an der frischen Luft und bewegt sich.
Im eigenen Garten ist das schön, in einem landwirtschaftlichen Betrieb wird daraus oft harte körperliche Arbeit. Für die Spargelernte beispielsweise werden in kurzer Zeit viele Helferinnen und Helfer benötigt. Diese muss der Landwirt, die Landwirtin engagieren. Das kostet Zeit und Geld – der Mindestlohn ist sicher. Früher erledigten oft „Wanderarbeiter“ aus Osteuropa solche Aufgaben, die bei geschickter Auftragslage Ihre Familien lange Zeit gut versorgen konnten. Heute finden diese Arbeitskräfte oft lukrativere Aufträge und bleiben der Gemüseernte fern. In den Niederlanden, wo viele Gemüsepflanzen in Hochbeeten wachsen, um sie optimal mit Licht, Wasser und Nährstoffen zu versorgen, ergibt sich eigentlich eine angenehme Arbeitshöhe. Bleiben die Erntekräfte jedoch aus, nutzt auch dieser Vorteil nichts. Was tun?

Ein Gemüse greifender Roboter von Igus im Einsatz (Foto: igus® SE & Co. KG)

Das Unternehmen Igus aus Köln-Porz-Lind hat sich darüber Gedanken gemacht. Die Firma Igus hat jeder schon gesehen: Das ist das Unternehmen mit den großen hellgrauen Hallen und den auffälligen gelben Masten an der Autobahn Richtung Köln. Nach der Erweiterung auf der linken Seite der B 8 in Richtung Porz-Lind, stehen nun auch Teile der Gebäude auf Troisdorfer Stadtgebiet und das „Kompetenzzentrum Kunststoff Troisdorf“ freut sich über ein neues Kunststoff-Unternehmen in Spich, auch der Geschäftsführer der Troisdorfer Wirtschaftsförderung Alexander Miller: „Troisdorf bleibt ein Hotspot für Kunststoff und Innovation. Die Branche zeigt sich resilient, zukunftsorientiert und stark vernetzt.“

Mitarbeiter Ramazan Davaz demonstriert an einer Station die Programmierung eines Roboterarms, der Blisterverpackungen sortiert

Was haben die Tomaten davon? Für Gemüsepflanzen und hier speziell für Tomaten setzt Igus den vorhandenen Roboterarm „ReBeL“ ein. Mit einem Gewicht von nur rund acht Kilogramm wartungsfreien und nicht rostenden Komponenten aus Hochleistungskunststoffen sowie einer intuitiven Steuerung lässt er sich besonders leicht in bestehende Prozesse integrieren - und jetzt eben ganz neu auch in der Tomatenernte. Ausgestattet mit Sensoren und Greifern kann er die anstrengende Arbeit des Gemüseerntens übernehmen, ohne zu ermüden. Doch woher weiß der Roboterarm, wann die Tomate reif ist? Das erklärt Alexander Mühlens, Leiter des Geschäftsbereichs Low-Cost-Automation bei Igus: „Da mussten wir uns Rat von einem Botaniker holen. Er hat uns genau beschrieben, bei welchem Rot-Ton die Tomate reif ist. So konnten wir einen Sensor für den Roboterarm programmieren, der erkennen kann, ob die Tomate reif ist oder nicht. Der Sensor scannt den Farbton der Tomate, schneidet dann die reife Tomate ab, fängt sie mit einer anderen „Hand“ auf und legt sie ins Körbchen.“
Wie das funktioniert, zeigt ein intelligentes Feldrobotiksystem von „AI.Land“, einem jungen Unternehmen aus Krefeld, das den Gemüsebau neu definiert. Das landwirtschaftliche Multitalent ist vollautonom und ausgestattet mit präziser Sensorik, künstlicher Intelligenz sowie zwei ReBeL Roboterarmen von Igus. So kann das Agrarsystem gezielt nach den Pflanzen greifen, sie überwachen, ernten und verpacken – alles in einem einzigen, geschlossenen Kreislauf. Damit würden Landwirte unabhängiger von der schwindenden Anzahl der Feldarbeiter.

ReBeL Roboterarme von Igus sind kostengünstig und einfach zu bedienen. Nur dann sind sie für kleine Betriebe attraktiv. „Klassische Gelenkarmroboter, wie man sie etwa in der Autoindustrie einsetzt, sind teuer und schwer zu bedienen“, sagt Artur Peplinski, Sprecher der Geschäftsführung bei Igus. „Wir sind überzeugt, dass Robotik günstiger und unkomplizierter werden muss, damit nicht nur Konzerne, sondern auch der Mittelstand davon profitieren.“ Der ReBeL ist deshalb bereits für 4.970 Euro erhältlich.

Zwei unterschiedlich große humanoide Roboter zeigen, was sie können – einer tanzt, der andere geht

Warum ist der Roboter so günstig? Zum einen, weil er vorwiegend aus Hochleistungskunststoff statt Metall gefertigt ist. Zum anderen, weil er sich auf das Wesentliche konzentriert. Er ist mit einer Traglast von zwei Kilogramm kein Kraftprotz, mit einer Geschwindigkeit von 0,2 Meter pro Sekunde kein Sprinter und mit einer Reichweite von 664 Millimetern kein Weitwurfmeister. Muss er auch nicht – er soll Gemüse ernten und keine Autoteile heben oder schweißen. „Dafür einen Industrieroboter einzusetzen, wäre, als würde man mit einem Formel-1-Wagen zum Einkaufen zu fahren“, sagt Artur Peplinski. „Die Bedienung ist so leicht wie ein Computerspiel“, erklärt Alexander Mühlens weiter: „Außerdem stellen wir von den Kunststoff Komponenten über die Platinen bis hin zur Software alles selbst in Deutschland her. Darum sind wir maximal flexibel und können auf die Kundenbedürfnisse besser eingehen.“
Ginge es nach Igus, würden in Zukunft viele Betriebe von Robotik und Automation profitieren. Um diesen Prozess anzustoßen, hat Igus die Online-Plattform RBTX gegründet. Dort versammeln sich über 250 namhafte Hersteller von kostengünstigen Robotikkomponenten. Diese sind alle miteinander kombinierbar und bilden eine Art Baukasten, mit dem Betriebe ihre eigene Automationslösung zusammenstellen können. Das erleichtert die Integration und spart viel Zeit und Geld. Ist die Aufgabe zu komplex, realisiert Igus auf Wunsch einen Testaufbau in Porz-Lind. Der Kunde bezahlt erst, wenn der Aufbau bestätigt, dass die Lösung funktioniert. Artur Peplinski: „Unser Ziel ist es, einfache und kostengünstige Lösungen anzubieten, um Automatisierung für alle zugänglich zu machen.“

Mit dieser Roboterhand aus China experimentiert Alexander Mühlens zurzeit. Allein in dieser Hand sind 180 potenzielle Gleitlagerstellen für Igus enthalten!

Dass dies möglich ist, zeigt die RBTX-Plattform mit 600 bereits umgesetzten Lösungen, von denen 95 Prozent für unter 18.000 € realisiert wurden. Vergleich: Ein moderner Industrieroboter startet oft erst bei Preisen ab 100.000 Euro! Im Kölner Zoo arbeitet schon heute ein Eisautomat mit der Robotertechnik von Igus. Und bei einem namhafter Tiefkühlpizza-Hersteller werden die Pizzen von Igus-Robotern belegt.
Der nächste große Schritt sind humanoide Roboter, sagt Alexander Mühlens: „Da haben wir Iggy Rob, der in der industriellen Fertigung, bei Transportaufgaben oder im Service eingesetzt werden kann. Bestimmt wird es neue Möglichkeiten für den Alltag und die Arbeit geben. Das wird die Zukunft bringen. Hier müssen wir in der Entwicklung unbedingt dranbleiben. Die Welt ist von Menschen für Menschen gemacht - somit muss der Roboter menschenähnlicher werden.“

 

Mehr über die „Hidden Champions“ der Kunststoffbranche in Troisdorf finden Sie auf der Website www.Kompetenzzentrum-Kunststoff.de in der Rubrik „Kompetenz in Kunststoff“.